Damen im Final Four. Drama bei den Herren.

Final Four für Damen
Drama bei den Herren

Für die Damen des Stuttgarter Golf-Club Solitude war der fünfte Spieltag in der 1. Bundesliga beim GC am Reichswald in Nürnberg eher eine entspannte Angelegenheit, weil schon vorher das Ticket zum großen Saisonhöhepunkt faktisch sicher gebucht war.

Ganz anders verlief der letzte Spieltag für die Herren in der 2. Bundesliga. Beim GC Heddesheim Neuzenhof lagen die Schwaben nach den Einzeln gut im Rennen und hatten sich gute Aussichten erspielt, den erhofften Klassenerhalt durch ein gutes Ergebnis in den Vierern noch zu schaffen.

Gastgeber Heddesheim nutzte seinen Heimvorteil und marschierte beeindruckend vorweg, sodass die ganze Konzentration dem GC am Reichswald als maßgeblichem Konkurrenten im Kampf um den Verbleib in der Liga galt. Tatsächlich drehte das Team von Trainer Florian Fritsch in den Vierern am Nachmittag richtig auf und die Konstellation wandelte sich, sodass die Stuttgarter Herren in der Blitztabelle den Sprung ans rettende Ufer geschafft hatten.

Aber dann kamen Gewitter auf. Die Spielleitung konnte nicht anders, als das Spiel zunächst zu unterbrechen und dann letztlich auch nicht wieder aufnehmen zu lassen. Die Vierer wurden somit nicht beendet und laut Reglement zählt damit das Ergebnis aus den Einzeln als Klassement für den Spieltag.

Hier hatten die Stuttgarter zwar auch einige tiefe Scores in der Wertung, lagen aber als Mannschaft nur auf dem dritten Platz, direkt vor dem GC am Reichswald. Dies reichte somit nicht, um die Franken noch vom dritten Platz der Abschlusstabelle zu verdrängen. Noch unglücklicher kann ein Abstieg nicht sein, noch ungerechter kann es sich nicht anfühlen, wenn man es sportlich gerade geschafft hatte, das große Ziel zu erreichen – und dann zerrinnt dieser Erfolg Minute um Minute, weil Gewitter aufziehen.

Am Ende der Saison steht damit die Gewissheit, in der Entwicklung eigentlich so weit zu sein, in der 2. Bundesliga bestehen zu können – und dennoch den bitteren Gang in die Regionalliga antreten zu müssen.

Trainer Florian Fritsch war fassungslos, als der Abbruch des Spieltags um 19.30 Uhr verkündet wurde: „Es gibt aber noch keine Abschlussrangliste, weil in diesem Fall der Deutsche Golf Verband das Ergebnis des Spieltags noch bestätigen muss. Von daher wissen wir noch nicht so ganz, wie es steht. Im Großen und Ganzen bin ich extrem stolz auf diese Truppe. Sie hat sich über Wochen und Monate von einer Gruppe zu einem Team entwickelt, und ich bin sehr stolz darauf, wie dieses Team auf die vielen Unwägbarkeiten dieser Saison reagiert hat. Wir mussten viel einstecken, wir haben auch sehr viel eingesteckt, und wir sind immer wieder mit Herz in die Sache reingegangen.“

Der Verlauf des Tages bis zur Unterbrechung wegen Gewitters fand die Zustimmung des Coaches: „Es macht mich sehr, sehr stolz, wie die Mannschaft heute Nachmittag in den Vierern reagiert hat, wie meine Spieler dann nochmal mit Leidenschaft in den Kampf gegangen sind und wie sie mit Freude dieses Spiel gespielt haben. Das war schön anzuschauen. Meine Bitte an die Mannschaft zum Schluss war es einfach nur, dass wir gerade auf dem Weg sind, etwas Cooles zu entwickeln und dass jeder Einzelne weiter dranbleibt, sodass sich das, was jetzt angestoßen wurde, auch wirklich entwickeln kann.“

 

Final Four im Blick

Die Damen des Stuttgarter GC Solitude standen schon vor dem Spieltag als Tabellenzweiter und damit als Teilnehmer des Final Four fest. Es bestanden nur noch rein theoretische Unwägbarkeiten. Daher konnte Heiko Burkhard gut damit leben, dass erstmals in dieser Saison ein Spieltag nur mit dem dritten Platz abgeschlossen wurde.

„Es war ein recht entspannter Spieltag. Da haben wir natürlich nichts anbrennen lassen“, kommentierte der Coach den Spieltag, zu dem sein Team personell nicht in Vollbesetzung angereist war.

Sophie Renner und Uma Bergner verabschiedeten sich am Samstag, um zur EM nach Frankfurt zu fahren. So kam Nina Schumacher zum ersten Einsatz und machte ihre Sache im Einzel am Sonntag sehr gut.

Bianca Ruf kam als routinierte Spielerin erstmals in diesem Jahr zum Einsatz und auch Kapitänin Sophia Zeeb war im Einzel zur Stelle, als sie gebraucht wurde.

„Die Stimmung war gut und sehr entspannt. Wir wussten, dass nicht viel anbrennen kann. Der dritte Platz hier in Nürnberg ist für uns wunderbar. Wir fahren jetzt happy nach Hause, freuen uns, das Final Four sicher zu haben und mit St. Leon-Rot gemeinsam hinzufahren. Wir hoffen natürlich auf ein Finale des Südens!“

Die Mannschaft wird bestens vorbereitet zum Final Four am 02./03.08. nach München reisen. Alles ist nun schon bekannt, und daher ist die Aufregung zwei Wochen vor dem großen Saisonfinale nicht mehr ganz so groß wie noch vor einem Jahr.

„Wir freuen uns tierisch darauf, ein paar coole Tage nochmal als Team zu haben, dann hoffentlich im Finale zu stehen und um den Titel mitzuspielen“, geht der Coach mit hörbarer Zuversicht an die nun anstehende große Aufgabe heran.