Stuttgart-Solitude kämpft sich zurück in die 1. Liga

Mit einem hart erarbeiteten 5,5:3,5-Erfolg im Relegations-Matchplay gegen die Damen des GC München Valley haben sich die Spielerinnen des Stuttgarter GC Solitude postwendend in die 1. Bundesliga Süd der KRAMSKI Deutsche Golf Liga presented by Audi zurückgekämpft. Die Entscheidung im GC Olching fiel dabei erst auf der vorletzten Spielbahn.

Olching bei München – Das Licht der Sonne war weich und rötlich geworden und die Schatten der Bäume bereits lang, so lang wie der Putt von Anna-Lena Krämer auf dem 17. Grün des GC Olching. Es war die letzte Partie eines langen Matchplay-Tages vor den Toren der bayerischen Landeshauptstadt, und selbst jetzt, kurz nach 19 Uhr, war noch nichts entschieden. Als Favoritinnen waren die Damen des Stuttgarter Golf-Club Solitude in dieses Aufstiegsmatch der Gruppe Mitte/Süd der 2. Bundesliga der Damen gegangen, nach dem Abstieg im letzten Jahr wollten sie unbedingt sofort wieder zurück ins Oberhaus der KRAMSKI Deutsche Golf Liga presented by Audi. Mit dem Frankfurter GC hatte sich das Team von Trainer und PGA Golfprofessional Heiko Burkhard dafür ein Kopf-an-Kopf-Rennen in der 2. Bundesliga Mitte geliefert, erst am fünften Spieltag mit dem Sieg und fünf Punkten den Einzug in die Relegations-Partie perfekt gemacht. „Schon das war ein ganz hartes Stück Arbeit“, so Heiko Burkhard, „es war eine sehr anstrengende Saison.“

Das Team des GC München Valley erspielte sich Tabellenplatz 1 in der 2. Bundesliga Süd und damit das Recht zur Relegation souverän mit fünf Punkten Vorsprung vor dem GC München Eichenried. Trainer German Göpel rechnete sich daraufhin „schon eine sehr gute Chance aus, es erstmals in der Clubgeschichte in die 1. Bundesliga zu schaffen!“

Und während es zunächst so aussah, als würde Stuttgart seiner Favoritenrolle doch recht souverän gerecht werden, als die Vierer mit 2:1 an die Schwaben gingen und nach rund der Hälfte der Löcher in den sechs Einzeln ein 6:3 für Stuttgart als Zwischenstand im Live-Scoring erschien, begann das Match allmählich zu kippen. Und auch das Spiel an diesem Sonntag in Olching sollte noch ein hartes Stück Arbeit werden für das Team des Stuttgarter Golf-Club Solitude. Nach und nach zogen die Spielerinnen des GC München Valley gleich, glichen aus und gingen in Führung, so dass plötzlich mit 4,5:4,5 Gleichstand war. Eine Momentaufnahme am späten Nachmittag, doch die Damen aus Valley zeigten nun ihren Kampfgeist und auch spielerische Klasse. Im Vierer hatten Stuttgarts Jana Kohlhammer und Aline Krauter mit Claudia Schäfer und Paula Bauer noch kurzen Prozess gemacht beim 7&6, und auch Bianca Bertsch und Meike Fleck hatten sich sicher mit 4&2 gegen Ramona Zauner und Piyarat Schmidt souverän durchgesetzt. Mit dem 2&1-Sieg von Maria Anetseder und Sarina Schmidt gegen das Stuttgarter Duo Anna-Lena Krämer und Meike Leichtle hielt sich Valley in der Partie. Nach der halben Einzel-Distanz standen alle Partien plötzlich All square oder nur 1 Auf, und langsam breitete sich Unruhe bei Stuttgart und Zuversicht bei den Münchnerinnen aus. Schließlich punkteten die Stuttgarterinnen Jana Kohlhammer mit 4&2 gegen Claudia Schäfer und Aline Krauter mit 2&1 gegen Piyarat Schmidt. Bianca Bertsch und Ramona Zauner teilten ihr Match, und die Valleyer Damen Maria Anetseder und Sarina Schmidt behielten die Oberhand gegen Meike Fleck und Meike Leichtle.

Entscheidung am 17. Grün

So lief nun der gesamte Spieltag auf die Partie von Anna-Lena Krämer gegen Paula Bauer hinaus, das letzte Match des Tages. Als die Bäume am frühen Abend lange Schatten auf das Fairway warfen, mühten sich beide nach leicht verunglückten Abschlägen zum 17. Grün. Paula Bauer musste das Loch unbedingt für sich entscheiden, um dann auf der 18 die Chance zu haben, das Match noch zu drehen und ihr Team ins Stechen zu bringen. Gute zwölf Meter lag Anna-Lena Krämer mit ihrem Ball abseits der Fahne, zwei große Wellen auf dem Weg zum Loch – zwei Putts waren unter diesen Umständen eine echte Herausforderung. Umringt von Mitspielerinnen und Zuschauern nahm die Stuttgarterin Maß – und zirkelte den Ball zum Tap-in an die Fahne. Formsache war danach der Punktgewinn, der Jubel und die Erleichterung aber spürbar groß bei den Gästen aus Baden-Württemberg – Paula Bauer hatte keine Möglichkeit mehr, zu kontern.

„Das ist völlig verrückt!“, rief Anna-Lena Krämer, nachdem sie sich aus der hüpfenden und über das 17. Grün tanzenden Jubelmenge ihres Teams befreit hatte. „Ich habe diesen Druck gespürt, das war phantastisch. Und es war unglaublich, als es vorbei warm und dieser Druck von mir abgefallen ist.“

Ähnlich große Erleichterung war auch Heiko Burkhard anzusehen, dem Coach der Stuttgarterinnen: „Wir haben ein ganzes Jahr lang auf dieses Ziel hingearbeitet, und es war eine sehr schwierige, anstrengende Saison. Zunächst war es ein hartes Stück Arbeit, sich in der Liga gegen Frankfurt durchzusetzen, und heute hat sich Valley sehr lange und sehr heftig gewehrt“, so Burkhard. „Ich bin super-happy, dass wir jetzt wieder in Liga 1 sind, und ich bin sehr stolz auf mein gesamtes Team. Alle haben eine hervorragende Leistung abgerufen.“

Voll des Lobes für seine Spielerinnen war auch Valleys Coach German Göpel, der sich gute Chancen ausgerechnet hatte, die Favoritinnen aus Stuttgart zu besiegen: „Im Loch-Wettspiel kann alles passieren. Wir waren sehr gut vorbereitet, und es ist sehr schade, dass es am Ende nicht geklappt hat“, so der PGA Golfprofessional, der sogleich nach vorne schaut: „Der Aufstieg in die 1. Bundesliga ist unser Ziel – dann schaffen wir es eben im nächsten Jahr!“StuttgarterGCSolitude_Team_Aufstieg 2016

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